Hinweis zur Zielgruppe: Dieser Artikel richtet sich an verbeamtete Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen, die einen Berufswechsel erwägen. Für angestellte Lehrkräfte gelten andere Regelungen. Alle Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Finanzberatung.
Sie haben die Rechnung wahrscheinlich schon gemacht. Auf einem Zettel, in einer Excel-Tabelle, vielleicht um drei Uhr nachts. Pension raus, Gehalt rein, irgendwas mit Krankenversicherung — und am Ende eine Zahl, die Sie erschreckt hat.
Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Zahl falsch ist, liegt bei über 90 Prozent. Nicht weil Sie schlecht rechnen, sondern weil die Rechnung Variablen enthält, die fast niemand kennt: die Entgeltpunkte-Logik der Nachversicherung, die Beitragsbemessungsgrenze, den Unterschied zwischen Ruhegehaltssatz und GRV-Rente, die PKV-Aufstockungsfrist. Dieser Artikel zeigt, wie die echte Rechnung aussieht — für NRW, mit aktuellen Zahlen, Paragraph für Paragraph.
Was bei der Entlassung auf eigenen Antrag passiert: § 27 LBG NRW
Der rechtliche Ausgangspunkt ist § 27 des Landesbeamtengesetzes NRW, die Grundnorm steht in § 23 Abs. 1 Nr. 4 des Beamtenstatusgesetzes. Wer als verbeamtete Lehrkraft den Schuldienst verlassen will, erklärt das Entlassungsverlangen schriftlich gegenüber der dienstvorgesetzten Stelle — bei Lehrkräften in der Regel die zuständige Bezirksregierung. Innerhalb von zwei Wochen nach Zugang kann das Verlangen zurückgenommen werden. Die Entlassung kann bis zu drei Monate hinausgeschoben werden, damit Amtsgeschäfte geordnet übergeben werden — bei Lehrkräften ist das in der Regel das Schulhalbjahresende.
Die versorgungsrechtliche Folge ist eindeutig: Mit der Entlassung enden sämtliche Pensionsansprüche. NRW hat — anders als neun Bundesländer und der Bund — kein Altersgeldgesetz für Lehrkräfte erlassen. Das bedeutet: Es gibt keine abgemilderte Versorgung, keine anteilige Pensionszahlung, kein Übergangsgeld. Was bleibt, ist die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Den formalen Ablauf der Entlassung selbst — Antragstellung, Schulhalbjahres-Klausel, Folgen für ALG und Krankenversicherung — beschreibt der Beitrag Lehrer kündigen.
Die Nachversicherung: Was Sie tatsächlich bekommen
Die Nachversicherung ist in §§ 8 und 181 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI) geregelt. Sie funktioniert so: Der Dienstherr (das Land NRW) zahlt rückwirkend für die gesamte Beamtenzeit die Rentenversicherungsbeiträge nach — sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil. Die Kosten trägt allein der Dienstherr. Für Sie als ehemalige Lehrkraft fallen keine Nachzahlungen an.
Die Bemessungsgrundlage ist die tatsächliche Bruttobesoldung während der Dienstzeit — inklusive Zulagen, gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze (2026: 101.400 Euro pro Jahr bzw. 8.450 Euro pro Monat). Bei A13 in NRW liegen Sie mit 5.656,44 Euro Grundgehalt im Monat (Erfahrungsstufe 7, gültig ab 1. April 2026) deutlich unter dieser Grenze. Ihre gesamte Besoldung wird also angerechnet.
Die Entgeltpunkte-Formel
Die Rente aus der Nachversicherung berechnet sich über sogenannte Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt entspricht dem Verhältnis Ihres Jahresbrutto zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten (für 2026 vorläufig 51.944 Euro nach § 69 Abs. 2 SGB VI, Anlage 1).
Rechenbeispiel A13 Stufe 7, 15 Dienstjahre:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Jahresbrutto (vereinfacht) | 67.877 Euro (5.656,44 × 12) |
| Durchschnittsentgelt 2026 (vorläufig) | 51.944 Euro |
| Entgeltpunkte pro Jahr | 67.877 ÷ 51.944 = 1,31 EP |
| Entgeltpunkte nach 15 Jahren | 15 × 1,31 = rund 19,6 EP |
| Aktueller Rentenwert (ab 01.07.2026) | 42,52 Euro |
| Monatliche Brutto-Rente | 19,6 × 42,52 = ca. 833 Euro |
Diese 833 Euro brutto sind der Betrag, den Sie ab dem regulären Renteneintrittsalter erhalten — nicht sofort nach der Entlassung, sondern erst mit 67. Bis dahin müssen Sie Ihre Altersvorsorge aus dem Gehalt in der freien Wirtschaft selbst aufbauen.
Wichtig: Die Berechnung ist vereinfacht. In der Realität steigt Ihre Besoldung über die Jahre (Erfahrungsstufen, Besoldungsanpassungen), und die Entgeltpunkte werden für jedes einzelne Jahr separat berechnet. Die 833 Euro sind daher eine Näherung auf Basis der aktuellen Stufe 7 — ein konservativer Schätzwert. Grundgehalt nach der ab 1. April 2026 geltenden NRW-Tabelle; Durchschnittsentgelt und Rentenwert sind die zuletzt amtlich festgesetzten Werte und jeweils mit ihrem Stichtag ausgewiesen. Dieselbe Rechnung mit Ihren eigenen Werten — Besoldungsgruppe, Stufe, Dienstjahre, Steuerklasse — stellt der Beamten-Finanzcheck für 29 € zusammen.
Die Pensionsrechnung, die Sie nicht mehr bekommen
Um den Verlust zu beziffern, brauchen Sie die Gegenrechnung: Was wäre Ihre Pension, wenn Sie bleiben? Der Ruhegehaltssatz beträgt 1,79375 Prozent pro ruhegehaltfähigem Dienstjahr, gedeckelt bei 71,75 Prozent nach 40 Jahren; ohne mindestens fünf Dienstjahre besteht gar kein Pensionsanspruch. Die vollständige Herleitung der Formel und die Frage, in welchen Bundesländern Altersgeld diesen Verlust teilweise abfedert, behandelt der Beitrag Altersgeld für Beamte richtig rechnen. Hier geht es um die NRW-Zahlen.
Vergleichsrechnung A13 NRW, verschiedene Dienstzeiten:
| Dienstjahre | Ruhegehaltssatz | Pension (brutto/Monat, Basis A13/7) |
|---|---|---|
| 10 | 17,94 % | ca. 1.015 Euro |
| 15 | 26,91 % | ca. 1.522 Euro |
| 20 | 35,88 % | ca. 2.029 Euro |
| 30 | 53,81 % | ca. 3.044 Euro |
| 40 | 71,75 % | ca. 4.058 Euro |
Die Tabelle rechnet durchgehend mit dem heutigen Grundgehalt der Stufe 7, damit die Zeilen vergleichbar bleiben. Eine tatsächliche Pension bemisst sich nach den Dienstbezügen der letzten zwei Jahre vor dem Ruhestand (§ 5 BeamtVG) — wer vierzig Jahre dient, landet in der Endstufe und damit höher als hier ausgewiesen.
Und jetzt die Gegenüberstellung — Pension vs. Nachversicherungsrente nach 15 Jahren:
| Betrag (brutto/Monat) | |
|---|---|
| Volle Pension (40 J., A13, NRW) | ca. 4.058 Euro |
| Anteilige Pension (15 J., theoretisch) | ca. 1.522 Euro |
| Nachversicherungsrente (15 J., GRV) | ca. 833 Euro |
| Differenz anteilig vs. Nachversicherung | ca. 689 Euro pro Monat |
| Differenz voll vs. Nachversicherung | ca. 3.225 Euro pro Monat |
Die 689 Euro monatliche Differenz zwischen anteiliger Pension und Nachversicherungsrente — das ist der reale Verlust bei der Entscheidung, nach 15 Jahren zu gehen. Nicht die 3.225 Euro zur vollen Pension, denn die hätten Sie sowieso erst in 25 weiteren Dienstjahren erreicht.
Trotzdem: 689 Euro weniger pro Monat, lebenslang ab Renteneintritt — das sind bei einer Bezugsdauer von 20 Jahren rund 165.000 Euro. Das ist die Zahl, die auf dem Küchentisch-Zettel hätte stehen müssen.
Warum die Küchentisch-Rechnung trotzdem falsch ist
Die meisten Lehrkräfte rechnen so: volle Pension minus Nachversicherungsrente, multipliziert mit 20 Jahren = sechsstelliger Verlust. Diese Rechnung macht einen fundamentalen Fehler.
Sie vergleicht einen hypothetischen Zustand (40 Jahre Schuldienst, volle Pension) mit dem realen Zustand (15 Jahre Dienst, Wechsel, GRV-Rente). Aber die 25 Jahre, die Sie in der Schule verbringen müssten, sind nicht kostenlos. Sie haben einen Preis — in Lebenszeit, in nicht-realisiertem Einkommen in der Wirtschaft, in nicht-aufgebauter betrieblicher Altersvorsorge, in gesundheitlichen Folgekosten.
Die korrekte Rechnung vergleicht:
-
Szenario Bleiben: A13-Pension (4.712 Euro), dafür 25 weitere Jahre im aktuellen Beruf, keine Gehaltssteigerung über die Erfahrungsstufen hinaus, keine betriebliche Altersvorsorge, keine variable Vergütung.
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Szenario Wechseln: GRV-Nachversicherungsrente (833 Euro) plus betriebliche Altersvorsorge plus private Vorsorge aus dem höheren Netto der Wirtschaft. Plus: 25 Jahre in einem Beruf, den Sie sich selbst ausgesucht haben.
Der Break-even-Punkt — ab wann sich der Wechsel finanziell lohnt — hängt von Ihrem Gehalt in der Wirtschaft ab, von Ihrem Sparverhalten, von der Rendite Ihrer Altersvorsorge. Eine seriöse Antwort braucht individuelle Daten: Ihre Dienstjahre, Ihre Besoldungsgruppe, Ihr Bundesland, Ihre Steuerklasse. Genau das liefert der Karrierekompass — aber dazu später. Was die Sache zusätzlich verzerrt: psychologisch wiegt der Pensionsverlust doppelt so schwer wie ein gleich hoher Gehaltsgewinn. Diesen Mechanismus — und warum Lehrkräfte deshalb häufig systematisch zu lange bleiben — beschreibt der Beitrag Die Sunk-Cost-Falle des Beamtentums.
Die PKV-Falle: Was nach der Entlassung passiert
Ein Faktor, der in der Küchentisch-Rechnung fast nie auftaucht: die Krankenversicherung. Als verbeamtete Lehrkraft in NRW erhalten Sie Beihilfe — das Land übernimmt 50 Prozent Ihrer Krankheitskosten (70 Prozent mit mindestens zwei kindergeldberechtigten Kindern). Ihre PKV-Prämie deckt nur die restlichen 50 Prozent.
Nach der Entlassung entfällt die Beihilfe. Komplett. Sofort. Ihre Optionen:
Option 1 — PKV behalten, Tarif aufstocken: Sie müssen innerhalb von sechs Monaten nach Beihilfe-Wegfall Ihren PKV-Tarif von 50 auf 100 Prozent Erstattung aufstocken. Vorteil: keine erneute Gesundheitsprüfung. Nachteil: Die Prämie verdoppelt sich nicht exakt, liegt aber bei Personen im Alter von 40 bis 45 Jahren typischerweise bei 600 bis 700 Euro monatlich für Vollversicherung ohne Beihilfe.
Option 2 — In die GKV zurückkehren: Möglich, wenn Sie unter 55 Jahre alt sind und ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis mit einem Bruttoeinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze aufnehmen (2025: 73.800 Euro pro Jahr, 2026: 77.400 Euro pro Jahr). Für viele Einstiegsgehälter in der Wirtschaft (50.000 bis 65.000 Euro) ist die GKV-Rückkehr daher realistisch.
Diese Grenze hat eine Kehrseite, die bei Gehaltsverhandlungen regelmäßig übersehen wird: Ein besseres Angebot kann Sie in der privaten Versicherung festhalten. Wer 72.000 Euro verhandelt, wird versicherungspflichtig und landet in der gesetzlichen Kasse. Wer 79.000 Euro verhandelt, bleibt nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V versicherungsfrei — und zahlt weiter den 100-Prozent-Tarif, dessen Höhe sich an seinem Eintrittsalter bemisst und nicht an seinem Gehalt. Das ist kein Argument gegen das bessere Angebot; die 7.000 Euro mehr Brutto übersteigen die Beitragsdifferenz in aller Regel deutlich. Aber es gehört in die Rechnung, bevor Sie verhandeln, nicht danach — zumal die Grenze jedes Jahr neu festgesetzt wird.
Und eine Altersgrenze macht die Entscheidung endgültig: Nach § 6 Abs. 3a SGB V bleibt versicherungsfrei, wer erst nach dem vollendeten 55. Lebensjahr versicherungspflichtig würde und in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert war — bei einem Beamtenlebenslauf ist beides praktisch immer erfüllt. „Versicherungsfrei" heißt hier nicht beitragsfrei, sondern: Sie werden nicht aufgenommen. Wer mit 51 wechselt, kann diesen Schritt notfalls korrigieren. Wer mit 57 wechselt, nicht mehr — unabhängig davon, wie hoch die Prämie später wird.
Was das für die Rechnung bedeutet: In der Schule zahlen Sie ca. 300 Euro PKV-Prämie (50-Prozent-Tarif). In der Wirtschaft zahlen Sie entweder ca. 650 Euro PKV (100-Prozent-Tarif) oder ca. 450 Euro GKV-Beitrag (bei 60.000 Euro Brutto). Die Differenz — 150 bis 350 Euro monatlich — gehört in die Wechselkalkulation. Sie wird fast immer vergessen.
NRW im Bundesländer-Vergleich: Was andere Lehrkräfte bekommen
NRW ist eines von sieben Bundesländern ohne Altersgeldgesetz für Lehrkräfte. In neun Bundesländern und beim Bund gibt es eine Alternative zur reinen Nachversicherung — das Altersgeld.
Bundesländer mit Altersgeld für Lehrkräfte: Bund, Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen.
Bundesländer ohne Altersgeld für Lehrkräfte: Bayern, Berlin, Brandenburg, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt. In Rheinland-Pfalz existiert zwar eine Altersgeld-Regelung (§ 83a LBeamtVG RLP), sie gilt aber ausschließlich für hauptamtliche kommunale Wahlbeamte auf Zeit — nicht für Lehrkräfte oder andere Landesbeamte.
Der Unterschied ist erheblich. Eine Vergleichsrechnung:
| NRW (Nachversicherung) | Bund (Altersgeld) | |
|---|---|---|
| Grundlage | §§ 8, 181 SGB VI | Altersgeldgesetz (AltGG) |
| Berechnung | 19,6 Entgeltpunkte × 42,52 Euro | 26,91 % der Dienstbezüge × 0,95 (§ 7 Abs. 1 AltGG) |
| Monatliche Zahlung ab Renteneintritt (A13, 15 J.) | ca. 833 Euro | ca. 1.446 Euro |
| Differenz | ca. 613 Euro/Monat zugunsten des Bundes |
Beide Spalten rechnen mit demselben Grundgehalt, damit der Vergleich nur den Rechtsunterschied zeigt und nicht zusätzlich den Besoldungsunterschied zwischen Bund und Land. Der Faktor 0,95 steht so im Gesetz: Wer weniger als zwölf Jahre gedient hat, bekommt nur 0,85.
Eine NRW-Lehrkraft verliert im Vergleich zu einer Bundes-Lehrkraft mit identischer Dienstzeit also rund 613 Euro pro Monat — allein durch das fehlende Altersgeldgesetz. Über 20 Rentenbezugsjahre sind das rund 147.000 Euro weniger.
Das ist kein Naturgesetz. Es ist eine politische Entscheidung des Landes NRW, die Lehrkräfte in NRW systematisch schlechter stellt als Kolleginnen und Kollegen in Hessen, Niedersachsen oder Baden-Württemberg.
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Drei Punkte, die Ihre Küchentisch-Rechnung verändern:
Erstens: Der Pensionsverlust in NRW ist real, aber er ist nicht so groß wie die meisten denken — vorausgesetzt, Sie rechnen korrekt. Die relevante Differenz ist nicht „volle Pension minus Nachversicherung“, sondern „anteilige Pension minus Nachversicherung plus private Vorsorge aus Wirtschaftsgehalt“. Bei A13 nach 15 Dienstjahren sind das ca. 689 Euro monatlich, nicht 3.225 Euro.
Zweitens: NRW bestraft den Wechsel stärker als die meisten anderen Bundesländer. Das fehlende Altersgeld kostet Sie im Vergleich zum Bund rund 613 Euro pro Monat. Diese Zahl ist politisch, nicht mathematisch — und sie sollte Sie nicht davon abhalten, die richtige Entscheidung für Ihr Leben zu treffen.
Drittens: Die PKV-Falle ist der am häufigsten vergessene Posten. 150 bis 350 Euro monatliche Mehrkosten nach der Entlassung gehören in jede seriöse Kalkulation. Die GKV-Rückkehr ist für die meisten Einstiegsgehälter realistisch — aber nicht selbstverständlich.
Die Rechnung, die all diese Variablen zusammenbringt — mit Ihren Dienstjahren, Ihrer Besoldungsgruppe, Ihrem Bundesland, Ihrer Steuerklasse — ist zu komplex für einen Küchentisch-Zettel. Aber sie ist machbar, wenn die richtigen Daten vorliegen.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 27 LBG NRW — Entlassung auf Antrag (Grundnorm: § 23 Abs. 1 Nr. 4 BeamtStG): recht.nrw.de
- §§ 8, 181 SGB VI — Nachversicherung: gesetze-im-internet.de
- § 70 SGB VI — Entgeltpunkte: gesetze-im-internet.de
- Besoldungstabelle NRW ab 01.02.2025: finanzverwaltung.nrw.de (PDF)
- Rentenwertbestimmungsverordnung 2026, § 1 (aktueller Rentenwert 42,52 Euro ab 01.07.2026): gesetze-im-internet.de
- Vorläufiges Durchschnittsentgelt 2026 (51.944 Euro), § 69 Abs. 2 SGB VI i. V. m. Anlage 1: gesetze-im-internet.de
- Altersgeldgesetz (AltGG) § 7 (Höhe des Altersgelds, Faktor 0,95 ab zwölf Dienstjahren): gesetze-im-internet.de
- Beihilfe NRW (§ 12 BVO NRW): beamtenservice.de
- Versicherungspflichtgrenze 2025: bundesgesundheitsministerium.de
- Altersgeldgesetz (Bund): gesetze-im-internet.de
- Altersgeld-Länderübersicht: Wikipedia
Alle Berechnungen basieren auf den zum Veröffentlichungszeitpunkt gültigen Besoldungstabellen und Rechengrößen. Individuelle Ergebnisse können abweichen.
Häufige Fragen
Wie viel Pension verliere ich als Lehrkraft in NRW bei Kündigung?
Bei A13, 15 Dienstjahren erhalten Sie statt einer anteiligen Pension von ca. 1.522 Euro eine Nachversicherungsrente von ca. 833 Euro — eine monatliche Differenz von rund 689 Euro, lebenslang ab Renteneintritt. Die volle Pension (ca. 4.058 Euro nach 40 Jahren auf derselben Rechenbasis) ist der falsche Vergleichswert.
Was ist Nachversicherung und wie wird sie berechnet?
Der Dienstherr zahlt rückwirkend Rentenversicherungsbeiträge für Ihre gesamte Beamtenzeit (§§ 8, 181 SGB VI). Die Entgeltpunkte ergeben sich aus Ihrem Jahresbrutto geteilt durch das Durchschnittsentgelt (2026 vorläufig: 51.944 Euro). Bei A13/7 in NRW ergibt das ca. 1,31 Entgeltpunkte pro Dienstjahr.
Hat NRW ein Altersgeld für ausscheidende Beamte?
Nein. NRW gehört zu sieben Bundesländern ohne Altersgeldgesetz für Lehrkräfte (neben Bayern, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt). Beim Bund und in neun weiteren Ländern gibt es Altersgeld — dort fällt der Verlust deutlich geringer aus.
Was passiert mit meiner PKV nach der Entlassung in NRW?
Die Beihilfe (50 %) entfällt komplett. Sie müssen Ihren PKV-Tarif innerhalb von 6 Monaten auf 100 % aufstocken (ohne erneute Gesundheitsprüfung). Alternativ: GKV-Rückkehr bei Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze (2025: 73.800 Euro). Typische PKV-Kosten ohne Beihilfe: 600–700 Euro/Monat.